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Doch, man könnte jetzt demnächst einmal anfangen, ärgerlich zu werden. So wie die Herausgeberin von Kwerfeldein, Katja Kemnitz es gerade wurde. Aus irgendwelchen seltsamen Gründen sind Frauen nämlich keine guten Fotografinnen, zumindest sind sie es nur selten wert, irgendwo gefragt, abgebildet, interviewt oder beauftragt zu werden. Man nehme ein beliebiges Druckerzeugnis in die Hand, irgendeine Liste im Internet, irgendeinen Podcast oder einen Youtube-Channel, und siehe da: Frauen kommen da vorwiegend als Model vor oder als ahnungsloses Schülerchen.

Wenn man am Küchentisch feiertags einen Fotografie-Youtube-Channel schaut und dann hängt das die ganze Zeit im Hintergrund, bis es irgendwann herangezoomt wird: seufz.

Vor allem viele Listen, von Männern erstellt, von Männern gelesen, haben absolut überhaupt kein Problem damit, nicht mal eine Quotenfrau dazwischenzuquetschen. Ich bin ja nun vorwiegend im Bereich Street unterwegs, und da ist es schon schlimm genug: Es braucht schlichtweg keine Frauen in der Straßenfotografie, die kommt prima ohne uns aus. Das Magazin „Soul of Street“ gönnt sich ab und zu mal eine Frau pro Ausgabe (bis ich kapiert habe, daß diese Camille in der aktuellen Ausgabe ein männlicher Franzose ist, naja). „Straßenfotografie made in Germany“, das neue Überblicksbuch, kennt auch gerade eine Frau. Genauso ist es mit den Podcasts, wann hört man da mal eine weibliche Stimme, die ihre Sichtweise erklärt? Monika Andrae ist viel zu selten auf Sendung (anpranger), international gibt es noch Valerie Jardin. Aber es wäre ja nicht so, daß die leider meist männlichen Gastgeber öfter mal ne Frau einladen würden. Im Gate-7 Podcast geht es um Reisen und Fotografieren, das interessiert mich ja grundsätzlich, aber Frauen kommen da nur alle heiligen Zeiten mal vor (und dann mit dem Thema „Fotocollage als kreative Therapieform“, seufz). Eine Straßenfotografin hab ich in Deutschland glaub ich noch nie irgendwo gehört. Ernsthaft, da hat man doch keine Lust mehr. Da fehlt die Bereitschaft, sich mal umzuhören und sich ein bißchen Mühe zu geben.

Tatsächlich sollte es einmal ein Fotografiemagazin nur für Frauen geben. Es hieß „Camerawoman“, und wie ich es fand, habe ich an anderer Stelle deutlich gemacht (es ging leider viel um Haustiere, Essen, Fashion, Promis). Denn wenn Frauen nicht gerade als überdimensionaler Arsch vorkommen, sind es technisch unbedarfte Wesen, die man ans Händchen nehmen muß, damit sie ihre Blümchen halbwegs scharf knipsen können.

Und weil das hier kein unkonstruktives Gerante werden soll, hier ein paar Listen:

Women Street Photographers you should follow on the web

20 Female Street Photographers to Follow in 2018

Außerdem:

Flickr-Gruppe Double X Street

http://womeninstreet.com und https://www.instagram.com/womeninstreet

The female street photographers of Instagram

https://www.instagram.com/womenstreetphotographers

Und ein paar persönliche Empfehlungen: Gisele Duprez – Anna CampsLilla VajdaMartine LanserVanessa PallottaEleonore Simonm.Asli GönenDanielle HoughtonMaria MoldesMichelle RickTatum WulffRebecca WiltshireSimone de PeakKatarzyna KubiakMarina KoryakinJulie HrudovaOlesia KimKate KirkwoodAndrea Torrei

Und als Bonus – Straßenfotografinnen im deutschsprachigen Raum: Susanne Baumgartner –  Birka WiedmaierSteffi LöfflerElisabeth SchuhHeike Frielingsdorf

Für weitere Tips und Hinweise bin ich übrigens dankbar – besonders was Fotografinnen im deutschsprachigen Raum angeht. Es muß mehr geben! Gern in die Kommentare schreiben!